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Merkblatt für Angehörige von Tinnitus-Betroffenen von Prof. Dr. med. B. Kellerhals |
Wer nicht selbst unter Ohrgeräuschen leidet kann kaum verstehen, weshalb ein solches Leiden jemanden fast zur Verzweiffung, bringen kann. Die folgenden Ausführungen sollen den Angehörigen von Tinnitus-Betroffenen helfen, das Leiden besser zu verstehen und zu lernen, bei dessen Bewältigung mitzuhelfen.
Tinnitus (so heissen diese quälenden Ohrgeräusche in der medizinischen Sprache) ist ein Leiden, das genau so ernst genommen werden muss wie alle übrigen körperlichen Krankheiten oder Behinderungen. Man sieht dem Betroffenen nichts an, man kann das tief im Hörsystem entstehende Geräusch nicht von aussen mithören - und trotzdem ist es immer da und stört den Schlaf und die Konzentrationsfähigkeit.
Tinnitus kann bei allen möglichen Ohrenleiden auftreten (akute oder chronische Lärmschäden, Altersschwerhörigkeit, Ménière, Hörsturz, toxische Schäden). Wie es zur Tinnitus-Wahrnehmung beim Fehlen äusserer Schalleinwirkung kommt, ist noch weitgehend unklar. Im allgemeinen entspricht jedoch die Art der Tinnitus-Geräusche in ihrer Tonlage genau dem erlittenen Innenohrschaden.
Leider sind die meisten Tinnitus-Arten weder medikamentös noch chirurgisch heilbar. Der zugrunde liegende Innenohrschaden kann eben in den wenigsten Fällen rückgängig gemacht werden. Für den Tinnitus-Betroffenen stellt sich daher die Aufgabe, mit seinem Tinnitus leben zu müssen. Das ist - besonders wenn noch andere Behinderungen oder Probleme dazukommen - keine leichte Aufgabe. Viele Tinnitus-Betroffene empfinden ihren Tinnitus als Fremdkörper und kommen nicht vom Gedanken los, irgendeine Therapie müsse es geben, welche sie von ihrem Tinnitus befreien kann. Die Enttäuschung, wenn wieder ein Therapieversuch ohne Erfolg bleibt, ist schwer zu ertragen.
Wie stark jemand unter seinem Tinnitus leidet, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Viele Tinnituskranke haben noch andere Behinderungen wie Schwindel, Schwerhörigkeit oder eine abnorme Lärmempfindlichkeit. Auch Störungen im Bewegungsapparat (Nackenprobleme, Störungen im Kauapparat) können den Tinnitus verstärken. Selbstverständlich sind auch psychische oder soziale Probleme eine schlechte Ausgangslage, mit dem Tinnitus zurecht zu kommen.
Wie können Sie als Angehörige eines Tinnitus-Betroffenen mithelfen?
Gemeinnützige Selbsthilfeorganisation Postfach CH-8052 Zürich Sekretariat U. Bürgin Gadient Meiengartenstr. 2, CH-8645 JONA, Tel. 055 - 27 42 79 Dieser Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung der Tinnitus Liga hier veröffentlicht.
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