1 - Zielgruppe
Geplant ist eine Klinik, bzw. Klinikabteilung für üblicherweise
psychosomatisch und psychotherapeutisch behandelte Erkrankungen mit
Wahleintritten und Notfallaufnahmen (Kriseninterventionen). Bei einem
beachtlichen Teil der Patienten wird es sich um sogenannt chronische,
therapieresistente Erkrankungen handeln wie chronische Schmerzsyndrome,
diverse Störungen des körperlichen Wohlbefindens ohne organisch
bestimmbare Ursache, Depressionen, Ess-Störungen,
Persönlichkeitsstörungen, Menschen, die unter Halluzinationen leiden usw.
Die Therapien werden differenziell und individuell nach Art der Störung
und nach den Therapiezielen zusammengestellt. Neben stationären werden
auch ambulante Behandlungen angeboten.
Das Angebot richtet sich an Menschen, die das klassische Therapie-Angebot
durch geistige und energetische Behandlungsverfahren erweitert haben
möchten und denen die spirituelle Dimension im Selbst- und Menschenbild
nicht fremd ist.
Die Beschäftigung des Projektverfassers mit spirituellen Krisen,
Sensitivität und geistigem Heilen bei psychosomatischen und psychischen
Störungen zeigt immer wieder, dass bei Patienten ein grosses Bedürfnis
vorhanden ist, kompetente Psychiater zu finden, die gleichzeitig Wissen
und Offenheit für komplementäre Methoden der Diagnostik und Therapie
haben. Insbesondere die Suche nach spirituellen Dimensionen im
Zusammenhang mit psychischen und körperlichen Erkrankungen und die Suche
nach geistigen Heilmethoden sind weit verbreitet. Ein Grossteil der
Patienten berichtet, nachdem sie Vertrauen gefasst haben, dass sie schon
die Dienste von Medien, Geistheilern, Energietherapeuten, Kinesiologen
usw. in Anspruch genommen haben. Das Spektrum der Erfahrungen reicht von
sehr positiv bis sehr negativ. Viele dieser Patienten werden von der
Schulmedizin als therapieresistent beurteilt.
2. Finanzierung / Wirtschaftlichkeit
Dem vorliegenden Konzept liegt die Überzeugung zugrunde, dass durch die
Erweiterung der heutigen Therapien mit neuen Methoden die Behandlungen
nicht teurer werden dürfen. Ökonomische Konzepte sowie Quantitäts- und
Qualitätskontrollen allein werden unser Gesundheitssystem nicht sanieren,
wenn diese Massnahmen nicht durch ein neues Menschenbild ergänzt werden,
das sich als Folge eines neuen Behandlungskonzeptes ganz konkret auch in
günstigeren Behandlungskosten niederschlägt. Im vorliegenden Konzept sind
folgende Elemente neu: stärkere Mitverantwortung und Mithilfe der
Patienten, stärkerer Einbezug von Angehörigen, Anwendung geistiger und
energetischer Heilmethoden, Ergänzung durch spirituelle Perspektiven und
stärkere Betonung von Selbsthilfe-Elementen (siehe Ausführungen unter
Abschnitt 3).
Es wird angestrebt, mit den Krankenkassen auch für Privat- und
Halbprivat-Versicherte eine Pauschale zu vereinbaren, d.h. es wird nach
Möglichkeit ein Leistungspaket, wie unter Abschnitt 5 beschrieben, zu
einem festen Preis verkauft; dies macht den administrativen Aufwand,
sowohl für die Klinik wie auch für die Krankenkassen, einfacher.
Allfällige Budget-Überschüsse sollen für Prämien der Mitarbeitenden, für
Forschung und Evaluation und für einen Fonds zur verbilligten Behandlung
von Patienten ohne ausreichende Finanzierung verwendet werden.
3. Therapieansätze
3.1 Integration klassischer Psychotherapie-Ansätze mit Erweiterung durch
spirituelle Perspektive
In PSYCOM wird ein Team arbeiten, das vieljährige Erfahrung in den heute
gängigen Psychotherapie-Methoden besitzt und insbesondere die
psychodynamisch-tiefenpsychologische, die
systemisch-familientherapeutische und die
kognitiv-verhaltenstherapeutische Methode zu einem integrativen Konzept
kombiniert hat und je nach Erkrankung differenzielle Indikationen stellt.
Das Team ist vertraut mit den heute anerkannten bio-psycho-sozialen
Behandlungen, erachtet aber für eine tiefgreifende und dauerhafte Heilung
psychischer und körperlicher Störungen eine darüber hinausgehende,
spirituelle Ausrichtung von therapeutischem Team und Patienten als
wichtig. Diese spirituelle Ausrichtung ist nicht an eine bestimmte
Konfession oder Religion gebunden, schliesst aber alle Formen von
Religiosität mit ein, die im Zentrum ihrer Lehre Menschen-, Gottes- und
Wahrheitsliebe, Toleranz, Gottvertrauen und Hoffnung haben. Es geht also
um einen bio-psycho-sozio-spirituellen Ansatz.
3.2 Anwendung energetischer und geistiger Heilmethoden
Das therapeutische Team ist ausserdem ausgebildet in den heute von der
klassischen Medizin noch nicht anerkannten Methoden der geistigen und
energetischen Heilung, wie sie einerseits von der katholischen Kirche über
all die Jahrhunderte anerkannt und in der Volksmedizin praktiziert wurde,
andererseits in Ländern wie England, Holland, Norwegen und USA immer mehr
angewendet wird. Diese Art des Heilens ist heute wissenschaftlich breit
erforscht und in einer der wissenschaftlichen Betrachtungsweise genügenden
Art dargstellt. Die konkrete Zusammenarbeit mit sensitiv begabten Menschen
und Geistheilern hat immer wieder zu erstaunlichen Resultaten geführt, die
klar machten, dass hier ein grosses Potential an effizienter Therapie
nicht ausgeschöpft wird. Geistiges Heilen ist bekannterweise umstritten.
Dazu tragen einerseits Missbräuche und falsche Versprechen bei,
andererseits Unkenntnis und Vorurteile u.a. in der klassischen Medizin.
Diese Praxis des Heilens beinhaltet auch die Lehre von den feinstofflichen
Körpern und Energiezentren und wendet verschiedene dieser heute bekannten
Methoden der heilenden Beeinflussung der feinstofflichen Seite des
Menschen an. Klassische Psychopharmaka werden angewendet, wenn die anderen
Mittel der Heilung, Beruhigung und Symptombekämpfung erschöpft sind oder
zur Bewältigung der Krankheit in nützlicher Frist allein nicht ausreichen.
3.3 Verstärkter Einbezug des Hilfepotentials der Patienten
Die therapeutischen Strukturen beruhen auf der Überzeugung, dass jeder
Mensch zu jeder Zeit sowohl Hilfe benötigt wie auch Hilfe geben kann.
Wissenschaftler haben schon vor Jahrzehnten herausgearbeitet, dass das
Verlangen gut, fair, hilfreich und solidarisch zu sein ebenso ursprünglich
im Menschen angelegt ist, wie die Tendenz zu egoistischem und aggressivem
Verhalten. Das Hilfe-Potential der Patienten hat in PSYCOM einen hohen
Stellenwert und ist ein unverzichtbarer Bestandteil des
Behandlungskonzeptes.
3.4 Verstärkter Einbezug von Angehörigen und Freunden, Ergänzung durch
vermehrte Selbsthilfe-Angebote
Die Gesundung eines Menschen kann nie unabhängig von Angehörigen und
Freunden geschehen und gesehen werden. Diese Personen sind eingeladen,
aktiv am PSYCOM-Betrieb teilzunehmen und ihre Hilfe, aber auch ihre Sorgen
und Nöte miteinzubringen. Nach Absprache können Angehörige oder Freunde
als ambulante Patienten an ausgewählten Therapieprogrammen teilnehmen. Bei
unruhigen Patienten kann die Anwesenheit von Angehörigen und Freunden
unter Umständen den Einsatz von Psychopharmaka vermeiden oder reduzieren
helfen.
3.5 Betonung kognitiv-verhaltenstherapeutischer Methoden, die gleichzeitig
von vielen spirituellen Strömungen gelehrt werden
Grübeln und sich sorgen, Schuldgefühle und Angst sind mächtige Krankmacher
bei fast allen psychischen und psychosomatischen Störungen. Solche
Tendenzen können und sollen nicht einfach unterdrückt werden; sie können
aber in der Regel ersetzt werden durch positive Affirmationen. Dieses
Ersetzen von negativen Gedanken-Automatismen mit den entsprechenden
negativen und angstvollen Gefühlen durch konstruktive und hoffnunggebende
Gedanken ist ein wichtiger Bestandteil der heutigen kognitiven
Verhaltenstherapie wie auch vieler spiritueller Therapien.
3.6 Gleichgewicht von Therapie und möglichst sinnvoller Arbeit
Therapeutische Programme, einzeln und in Gruppen, dürfen auch nicht zu
intensiv sein. Dies ist weder medizinisch noch ökonomisch vernünftig. Das
Behandlungskonzept in PSYCOM sieht vor, dass die Patienten, wenn immer
gesundheitlich möglich, an mindestens drei Tagen drei bis vier Stunden in
der Klinik oder ausserhalb einer Arbeit nachgehen.
3.7 Betonung der Selbstverantwortung und der Verantwortung für die
Mitmenschen
Wie oben angedeutet, beinhaltet das Menschenbild von PSYCOM, dass jeder
Patient letztlich die Möglichkeiten hat, Selbstverantwortung aber auch
Verantwortung für Mitmenschen zu übernehmen. Alle neu eingetretenen
Patienten haben während der ersten Wochen ein bis zwei Tutoren von bereits
länger anwesenden und stabileren Mit-Patienten.
3.8 Künstlerische Therapien
Künstlerische Therapien, wie sie heute in vielen Kliniken einen festen
Platz haben, bilden ein wichtiges Element. Kreativer Ausdruck mit Tönen -
auch mit der eigenen Stimme - und kreativer Ausdruck mit dem eigenen
Körper, insbesondere vielen Formen von Tanz und anderer rhythmischer
Bewegung, haben besondere Bedeutung wie auch das Gestalten mit Materialien
wie Farbe, Ton usw.
3.9 Sport / Bewegung / Massage
Gemässigte sportliche Betätigung ist gerade bei psychischen und
psychosomatischen Leiden enorm wichtig. Schwimmen, Fitness,
Physiotherapie- und Massage sowie Wanderungen und kleine Bike-Ausflüge
bilden wichtige Elemente.
3.10 Intensiv-Pflege
Die Klinik wird offen geführt. Patienten, die sehr unruhig, suizidal oder
stark regrediert (in der Entwicklungsstufe zurückgefallen) sind, und die
die Selbstkontrolle weitgehend verloren haben, werden in der
Intensiv-Pflege-Abteilung, d.h. in harmonisch eingerichteten
Ein-Bett-Räumen, behandelt. Dauer-Präsenz von therapeutischem Personal,
Angehörigen und Mitpatienten ist gewährleistet, sodass die Patienten in
der Intensiv-Pflegeabteilung nie allein sind. Zur Beruhigung werden neben
energetischen Verfahren verschiedenste Mittel zur Entspannung eingesetzt.
3.11 Schlafstörungen / Nacht-Wach-Raum
Bei Schlafstörungen geht es in erster Linie darum, dass die Patienten ihre
Angst vor Schlaflosigkeit verlieren, die oft das Übel überhaupt chronisch
werden lässt. Sie sollen Vertrauen finden in ihr eigenes
Heilungspotential, das auch den Schlaf reguliert und andererseits das
kreative Potential der Schlaflosigkeit entdecken, das uns oft tiefer auf
unserem Weg zu mehr Bewusstheit und zur Loslösung von alten Gedanken und
Gefühlsmustern führt. Sie sollen den Mut entwickeln, zuhause für sich
ähnliche Lösungsmöglichkeiten bei Schlaflosigkeit zu schaffen. In einem
speziellen Nacht-Wach-Raum werden solche Patienten nachts betreut und
unterstützt.
4. Sicherung von Qualität und Wirtschaftlichkeit der Behandlung
Die Sicherung der Qualität und der Wirtschaftlichkeit ist gemeinsames Ziel
von PSYCOM, Kostenträgern und Patienten. Verschiedene Modelle der
Zusammenarbeit lassen sich denken und sind von den Verhandlungen mit den
Kostenträgern abhängig. Zwei bis drei Vertreter der Kostenträger sollten
einem Klinik-Beirat angehören, in dem ebenso Mitarbeiter, ehemalige
Patienten und niedergelassene Ärzte vertreten sind.
P.D. Dr. Jakob Bösch, www.jakobboesch.ch
(Dieser Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung des Autors zur Veröffentlichung
auf meiner homepage freigegeben.)